Roman: Der Wal von Ally Klein

Das wird Saul gesehen haben

Der erste Satz aus Der Wal.

Buch Zwei von Ally Klein. Nach Carter – ein fast absatzloser Trip über Körperloses und vollkommende Körperlichkeit – legt sie hier den zweiten Roman vor, eine dreiteilige Geschichte über den Wal, ein wundersames Bauwerk am Rand eines Dorfes, und die Menschen, die sich mit ihm beschäftigen.

Ally Klein hat im ersten Buch kaum Wert auf Story gelegt, mehr auf Eindrücke und Gefühle. Hier erzählt sie mehr Story und vor allem zeigt sie extrem viel mehr Äußeres. Extrem filmisch und sehr genau beschreibt Ally Klein den Wal, die Menschen und die Welt. So oft musste ich grinsen, weil diese konkrete und genaue Art, Kleinigkeiten aus dem Alltag zu beschreiben, mich aufhorchen lässt und ich denke, ja! Genau so ist es.

Ich habe mich gefühlt, als lese ich einen Film von Jim Jarmusch. Der Wal ist ein Puzzle, das zwar im Laufe der Zeit größer wird, aber nie alle Teile liefert. Ein Spiel mit Worten, Beziehungen und Bildern, die mich nach der Lektüre bewusster durch meinen Alltag, meine Worte, meine Beziehungen haben gehen lassen.

Der Wal von Ally Klein erschien bei Droschl. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Transparenz: Ally und ich sind befreundet, was mich im besten Fall ehrlicher und unbarmherziger macht.

Was übrig bleibt: „Ein Lächeln verzieht ihre Miene, sie sträubt sich dagegen, es setzt an, kommt, geht, aber sie kann…“

“Ein Lächeln verzieht ihre Miene, sie sträubt sich dagegen, es setzt an, kommt, geht, aber sie kann es nicht aufhalten. Die Mundwinkel fahren dann doch auseinander und an den Augenwinkeln faltet sich die dünne Haut leicht.”

Der Wal von Ally Klein
Originalpost auf „was übrig bleibt“, eine Sammlung unterstrichener Sätze, gefundener Worte & liegengebliebener Gedanken aus Büchern, die wir lesen und lieben.

Immer noch wach: Signierte Exemplare

Weil keine Lesetour und sowieso wenig Kontakt gerade: Ihr könnt das Buch bei mir mit Signatur bestellen. Für 24,80 Euro, inklusive Versand. (Buch plus Buchversand. Heißt, ich übernehme die Kosten für die (wiederverwendete) Verpackung, ihr dürft aber auch gern mehr geben.)

Schreibt mir eine Mail samt Adresse und für wen das Exemplar sein soll, ich schicke euch die Kontonummer und/oder die Paypal-Adresse. Sobald das Geld da ist, schicke ich euer Buch los.

Vorfreude, Lächeln, Fabian

Immer noch wach: Presse & Stimmen

Fabian Neidhardt gelingt das Kunststück, ungeschönt von Abschied und Neubeginn zu schreiben – und durch diese harte und witzige und aufwühlende Geschichte ein Menschenleben in packender Weise erfahrbar zu machen. Er meistert einen erstaunlichen Balanceakt: Einfühlsam und rasant erzählt der Roman von nichts Geringerem als dem finalen Ende – und davon, wie fantasievoll widerspenstig man dem Tod begegnen kann.

Robert Prosser

Wenn einer, der so viel Lebensfreude hat wie Fabian Neidhardt, ein Buch über das Sterben schreibt, dann wird daraus große Kunst.
„Immer noch wach“ erzählt leichtfüßig vom Schwermütigen, ist tragikomisch, gefühlvoll und voller Warmherzigkeit.

Mareike Fallwickl

Menschen sind verwundbar, immer. Fabian Neidhardt schaut da hin, wo wir am verwundbarsten sind. Dort gibt es Kontakt, eine tiefe Verbindung zu anderen, aber auch Schmerz. Immer noch wach versucht auszuloten, bis wohin man bereit ist zu gehen und wie sehr das eigene Leben wirklich nur einem selbst gehört.

Selim Özdogan

Mit seinem Verlagsdebüt ist Neidhardt ein ebenso trauriges wie optimistisches Buch gelungen.

Frank Rudkoffsky im Lift Stuttgart

Ein berührender Roman, der doch so voller Leben steckt.

Anke Baumgärtel in der Pforzheimer Zeitung

Der […] Roman schafft es, trotz des traurigen Schicksals von Alex, eine gewisse Leichtigkeit zu bewahren.

Katrin Maier-Sohn in der Stuttgarter Zeitung

Eine Geschichte, die das Leben feiert, auch wenn es darin vordergründig um den Tod geht. Eine Geschichte, die sagt, dass das Leben viel zu kurz ist, um die eigenen Träume nicht zu realisieren.

Bozena Anna Badura für Das Debüt

In seinem Debutroman „Immer noch wach“ erzählt der Stuttgarter Autor Fabian Neidhardt auf berührende Weise vom Leben mitten im Sterben.

Silke Arning bei SWR2

Immer noch wach ist warm, klug und schön, eine wunder­volle Geschichte.

Christian Wöhrl

Roman: Sprich mit mir von T.C. Boyle

Sam ist ein Schimpanse, der von Menschen aufgezogen und dabei sehr genau beobachtet wird. Aimee ist eine introvertierte Studentin, aber Sam und sie, das ist Liebe auf den ersten Blick. Sie wird Teil des Forschungsteams um Sam, geleitet von Professor Schermerhorn und verliert sich vollkommen in dieser Aufgabe. Ich war zugegebenermaßen ziemlich kritisch.

Das Thema hat mich an „Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ von Karen Joy Fowler erinnert, der mich damals beeindruckt und eine gute Messlatte für Geschichten in diesem Metier gelegt hat. Und Boyle hat zwar ein großartiges Geschick, Geschichten zu erzählen und Spannung zu erzeugen, da er sich selbst aber von den Geschichten leiten lässt, kommt es immer wieder (beispielsweise bei Das Licht und einigen der Stories aus dem letzten Kurzgeschichtenband) vor, dass sie kein Ende haben, sondern einfach ausplätschern. Ob 10 Seiten früher oder 50 später, hätte keinen Unterschied gemacht. Und zumindest bei Geschichten bin ich bei Neil Young: Its better to burn out than to fade away. Das Überthema „Menschen, die sich vollkommen in einer Sache verlieren“ bearbeitet Boyle auch oft, gepaart mit dem ausplätschern hätte mich das ermüdet.

Mit dieser Skepsis habe ich den Roman begonnen und dann auch noch bestürzt festgestellt, dass er zum Teil aus der Sicht des Schimpansen Sam geschrieben ist, glaubwürdig einfach in den Bildern und Umschreibungen, und mit den Worten, die Sam in Gebärdensprache kennt, GROSS geschrieben. Das kam mir die ersten paar Mal ziemlich plump vor und ich überlegte, ob ich die die Teile nicht einfach überspringen sollte. Aber dann hatten wir diesen gemeinsamen Abend mit T.C. Bolye und er las genau so eine Stelle vor, ganz anders, als sie in meinem Kopf klang.

Also gab ich ihnen nochmal eine Chance. Immer noch: Das ist T.C. Boyle und er ist ein extrem guter Handwerker, was Geschichten anbelangt. Ich bin schnell in der Story und gut gefangen, bis dann auch noch die Wendungen und die Emanzipation kommen, die ich nicht erwartet, aber mir erhofft hatte. Der Rest des Buches geht ziemlich schnell und mit jeder neuen Szene aus der Sicht von Sam wird diese Perspektive greifbarer und gibt Boyle sehr schön die Möglichkeit, uns mit Sam zu identifizieren. Im Nachhinein sind sie vielleicht die spannendsten Stellen. Und dann setzt Boyle ein paar Schläge ans Ende, die mich im besten Sinn erschüttert zurücklassen.

Schon die Schwestern Cooke haben mein Verständnis Tieren gegenüber verändert. „Sprich mit mir“ hat diesen Effekt nochmal um einiges verstärkt. Ich bin erleichtert und dankbar für diesen Roman. Sprich mit mir ist eine sehr schöne Geschichte mit großem Sog, mehr Nachdenken meinerseits, als ich gedacht habe, und einem Schluss, wo er hingehört.

Sprich mit mir von T.C. Boyle wurde übersetzt von Dirk Gunsteren und erschien bei Hanser. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.